Wie Hund und Katze
Über das Zusammenleben von Hund und Katze in einem Haushalt: "Die sind ja wie Hund und Katze!" - Hartnäckig halten sich derartige Sprichwörter und zielen auf eine konfliktträchtige Beziehung ab. Wer sich jedoch mit den beliebtesten Haustieren des Menschen auskennt, weiss, dass diese auf einem traditionsreichen Gerücht basierende Weisheit nicht einfach so hingenommen werden kann.
Das bedeutet natürlich nicht, dass die Beziehung zwischen Katzen und Hunden immer ungetrübt ist. Oft sieht man haarsträubende Szenen: Katzen graben ihre Krallen in zarte Hundenasen; erboste Hunde nehmen zähnefletschend die Verfolgung eines Stubentigers auf. Selbstverständlich existieren solche Zwischenfälle und sie kommen nicht von ungefähr:
Die Körpersprache führt zu Missverständnissen
Katzen und Hunde verfügen über grundverschiedene Verhaltensmuster. Ihre Körpersprache differiert und auch ihre Lautäußerungen führen zu gegenseitigen Missverständnissen. Während Hunde zum Beispiel ihrer Freude durch heftiges Schwanzwedeln Ausdruck verleihen (Vorsicht: Wedeln kann auch ein Anzeichen für jegliche andere Form von Erregungszustand sein!), bedeutet bei Katzen das Hin- und Herschlagen des Schwanzes nichts Gutes. Feliden signalisieren durch das Bewegen des Schwanzes Missmut und kündigen dadurch unter Umständen einen bevorstehenden Angriff an. Hunde, die keine Katzen gewöhnt sind, interpretieren das kätzische Schwanzwedeln leicht als Einladung zum Näher kommen. Folgen sie ihrem trügerischen Instinkt, kann es passieren, dass sie Bekanntschaft mit den scharfen Krallen ihres Gegenübers machen.
Die Katze ihrerseits deutet das Schwanzwedeln des Hundes unter Umständen ebenfalls völlig falsch: Sie fühlt sich bedroht und stellt sich auf einen Angriff des Hundes ein. Beide Missverständnisse sind wenig förderlich für eine friedliche Kommunikation zwischen Katze und Hund.
Ähnlich verhält es sich mit einer anderen für beide Tierarten charakteristischen Geste: dem Anheben einer Vorderpfote. Während Hunde durch das Heben eines Vorderbeines eine Aufforderung zum Spielen signalisieren, bedeutet es bei der Katze: "Vorsicht! Gleich knallt’s!". Ein katzenunerfahrener Hund wird die hochgereckte Vorderpfote einer Katze als freundschaftliches Signal einstufen und unter Umständen ein böses Erwachen erleben. Katzen empfinden eine angehobene Hundepfote als Aggression.
Während die Katze schnurrt, wenn sie zufrieden ist, ist das Knurren vom Hund eher eine Warnung..
Oder ebenfalls ein klassisches Missverständnis zwischen Hund & Katz: Der Hund unterwirft sich meist indem er sich auf den Rücken dreht - die katze liegt auf dem Rücken um mit allen Vieren kämpfen zu können.
Eine gemeinsame Kinderstube ist optimal
Im Prinzip ist es möglich, dass Hunde und Katzen miteinander lebenslang friedlich zusammenleben, besonders dann, wenn sie in ihrer frühen Entwicklungsphase die jeweilige Art als "normal" oder gar als ihresgleichen eingeordnet haben. Eine ideale Bedingung, dass sich eine Freundschaft zwischen Katze und Hund entwickelt, ist dann gegeben, wenn beide Tiere miteinander aufwachsen. Welpen, die schon früh mit einer Katze Bekanntschaft gemacht haben, werden diese ihr Leben lang nicht als Beute betrachten. Eine solche Konstellation bietet die optimalsten Voraussetzungen für ein harmonisches Zusammenleben.
Aber auch zu einem späteren Zeitraum ist es noch möglich, dass Hund und Katze friedlich miteinander auskommen, auch wenn sie nicht in früher Phase gemeinsam aufgewachsen sind:
Haben Sie einen erwachsenen Hund und eine kleine Katze kommt ins Haus, wird es in der Regel keine Probleme geben. Sein Verhalten gegenüber dem neuen Haustier "Katze" hängt stark von seiner Erziehung ab. Ein korrekt erzogener Hund wird die neue Katze bedingungslos als Eigentum seines Besitzers akzeptieren und innerhalb kürzester Zeit zum privaten Haushalt zählen. Das bedeutet allerdings nicht, dass er auch fremden Katzen wohlgesonnen gegenübertritt. Es kann sogar geschehen, dass er unbekannte Samtpfoten mit großem Ehrgeiz aus dem heimischen Garten fernhält.
Schwieriger wird es, wenn man einen kleinen Hund in ein Haus bringt, wo eine erwachsene Katze das Hausrecht hat. Da Katzen bekanntlich eigenwillig sind, wird diese im Notfall bereit sein, ihre älteren Rechte gegenüber dem Neuankömmling zu verteidigen.Es sollte peinlichst darauf geachtet werden, dass ihn die bereits im Haushalt lebende Katze nicht heillos unterdrückt. Geschieht dies doch, kann es passieren, dass aus dem Hund später einen ängstlichen introvertierten Hund wird, oder Sie werden Schwierigkeiten bekommen, Ihren inzwischen zum "Katzenhasser" mutierten Hund im Zaum zu halten, sobald er einen Feliden erblickt.
Die erste Kontaktaufnahme
Hund und Katze sollten in jedem Fall die Möglichkeit haben, in aller Ruhe miteinander Kontakt aufzunehmen. Dies geschieht am besten ohne Druck und Stress, da so etwas das erste Kennen lernen empfindlich stören kann. Wichtig ist auch, dass sich keines der beiden Tiere in eine Ecke gedrängt wird und sich durch diese unausweichliche Situation bedroht fühlt.
Belohnen Sie Ihren Hund besonders dann, wenn dieser die anwesende Katze nicht beachtet! Anfangs sollte man die Tiere durch eine Absperrung räumlich bei erhaltenem Sichtkontakt aneinander gewöhnen. Erst wenn keinerlei Unruhe, Angst, Aggression oder Jagdverhalten mehr erkennbar ist, kann man die Tiere schrittweise einander annähern. Dennoch ist generell eine gewisse Vorsicht im Zusammenleben zweier Individuen, die an sich jeweils Vertreter von Jägern und Beutetieren sind, geboten! So kann besonders bei einem Aneinandergewöhnen zu einem späteren Zeitpunkt (nach der Sozialisationsphase) das Risiko des Hineinfallens in angeborene Jagdverhaltensmuster dazu führen, dass der "friedliche Hund" die Katze in einem unbeobachteten Moment doch als Beute sieht.
Eifersucht vermeiden
Auch die Eifersucht spielt beim Zusammenraufen von Katze und Hund eine nicht unerhebliche Rolle. Wenn sich von einem Tag auf den anderen plötzlich alles um das neue Haustier dreht, kann sich der alteingesessene Hausgenosse schnell zurückgesetzt fühlen. Dadurch entsteht Eifersucht - sowohl bei Katzen als auch bei Hunden! Das alte Haustier reagiert dann vielleicht erst recht ablehnend, versteht den Neuankömmling als direkte Konkurrenz und versucht, ihn mit allen erdenklichen Mitteln zu vertreiben. Gerade in der ersten Zeit sollte man sich äußerst sorgfältig um die Bedürfnisse des alten Haustieres kümmern. Es darf keinesfalls zu kurz kommen und es muss spüren, dass ihm nichts von der Zuneigung seiner Besitzer verloren geht.
Im Grunde genommen steht dem Zusammenleben von Katze und Hund also nichts im Wege. Vorausgesetzt, man denkt vor der Anschaffung über Alter, Rasse und Temperament der Tiere nach und gibt ihnen genügend Zeit, sich gegenseitig kennenzulernen.
Ernährung
Die beiden Arten haben sehr unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten. Bitte achten sie darauf, daß sich die Tiere am richtigen Futternapf bedienen. Das Katzenfutter ist zwar höherwertiger als Hundefutter aber für Katzen (reine Fleischfresser) konzipiert und für Hunde wegen fehleder Balaststoffe nicht geeignet.
Katzen als Feinschmecker verspeisen nur in den seltensten Fällen Hundefutter. Es genügt also, das Katzenfutter für den Hund unerrecihbar zu plazieren. Tipp: Bei großen Hunden die Schale z.B. unter einer Kommode stellen, unter die nur die Katze gelangen kann. Ansonsten an einem erhöhten Ort, zu dem nur die Katze klettern kann.

