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Hunde-Herbst

Passend zum baldigen Herbstanfang haben wir uns Gedanken gemacht zum Thema Hundeherbst. Damit ist nicht die Weltjahreszeit gemeint sondern die Lebenszeit unserer Hunde.

Wer das Glück hat, einen Hund zu haben, hat irgendwann eine ganz besondere Zeit vor sich: Das Alter des geliebten Vierbeiners. Die Schnauze wird langsam grau, die Bewegungen langsamer und vielleicht ist auch die Sinnesleistung nicht mehr so gut. 

Hunde haben gerade in dieser Phase ihres Lebens andere Bedürfnisse, weil sich vieles verändert. Man kann nicht immer genau sagen, wann das Älterwerden beginnt, es gibt Rasseunterschiede, aber auch ganz verschiedene Hundetypen. Der Eine kann bis ins hohe Alter gut laufen und liebt es, seine Besitzer noch auf langen Spaziergängen zu begleiten; der Andere ist schon  mit seinem Aussichtsplatz im Garten zufrieden. Was immer auch die Zeichen des Alters bei Ihrem Hund ausmachen: Die Hundepersönlichkeit, die Sie vielleicht schon viele Jahre begleitet hat, verdient es, in Würde alt werden zu dürfen.

Dabei gilt es, Verständnis und Empathie für das alternde Tier zu haben! 

Alterserscheinungen erkennen
Wie bei uns Menschen beginnt das Älterwerden auch bei Hunden ganz unterschiedlich. Eine grauer werdende Schnauze kann, je nach Farbe des Hundes, auch schon in jüngeren Jahren auftreten. 
Neben körperlichen Veränderungen wie einer eingeschränkten Beweglichkeit durch altersbedingten Abbau der Muskulatur nachlassendem Seh- und Hörvermögen und einer Veränderung der Fellbeschaffenheit spielen auch Verhaltensänderungen wie übermässige Ängstlichkeit oder vermehrtes Bellen ohne Grund eine Rolle. Er kann auch zu einer Cognitiven Dysfunktion (CD) kommen:  Diese CD ist eine alzheimerähnliche Erkrankung beim Hund, welche besonders bei älteren Tieren zu Verhaltensänderungen führt. Deshalb empfiehlt es sich, als verantwortungsvoller Hundebesitzer seinen Haustierarzt auf die regelmässige geriatrische körperlich und ethologisch-neurologische Untersuchung hinzuweisen.

Alle genannten Auffälligkeiten können, müssen aber nicht auftreten. Manche Hunde sind einfach bis ins hohe Alter quietschfidel und kerngesund.


Vorsorge
Die Fortschritte in der Tierernährung und auf dem Gebiet der Veterinärmedizin führen heute zu einer deutlich erhöhten Anzahl älterer Hunde. Allein in den letzten 30 Jahren hat sich der Anteil der Hundensenioren um 35 Prozent gesteigert. Bei Hunden spielen mehrere Faktoren eine Rolle: die durchschnittliche Lebenserwartung der Rasse, Gesundheit, Haltungsbedingungen und die individuelle körperliche und mentale Konstitution. Die Pflege des Hundes beeinflusst die Lebenserwartung ebenfalls positiv; hier ist vor allem auf ausgewogene Ernährung, die den Hund schlank bleiben lässt, ausreichende Bewegung, Fell-, Ohren- und Zahnpflege, sowie die regelmäßige Kontrolle durch den Tierarzt zu achten. 

Ein regelmässiger Gesundheits-Check beim Haustierarzt kann helfen, Herzkreislauferkrankungen, orthopädische Leiden (Gelenk- oder Bandscheibenprobleme) oder Tumorerkrankungen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.  

Wer rastet der rostet?
Bei alten Hunden sollte man ganz genau darauf achten, dass sie die Dinge, die sie noch richtig gerne tun, auch weiterhin tun dürfen, jedoch nicht überfordert werden. Der Hund soll im Alter sein Tempo selber bestimmen. 

Massvollen und regelmässige körperliche Bewegung fördert die Sauerstoffversorgung des Organismus, trägt zum Stressabbau bei und hält Gelenke und Muskulatur fit. Dabei müssen die sportlichen Anforderungen an die jeweilige körperliche Verfassung des Hundes angepasst werden. Kurze Sprints und Stopps (beim Ballspielen) sind für gelenkmüde Senioren ungeeignet. Besser sind regelmässige Spaziergänge und Schwimmeinheiten, bei denen der Hund sein Tempo selbst bestimmen kann.

Es kann auch sein, dass ein Hund, der früher gerne mit vielen anderen Artgenossen auf der Hundewiese gespielt hat, nicht mehr so gesellig ist wie früher. Vielleicht reicht es ihm, dem Nachbarshund hin und wieder guten Tag zu sagen oder mit einem anderen älteren Hundekumpel durch den Wald zu laufen. Akzeptieren die diese Veränderung bei Ihrem Hund! 


Gute Zeit mit alten Hunden
Sie sehen schon, genau wie beim Menschen ist das Altern beim Hund ein individueller Prozess, der sehr unterschiedlich verlaufen kann. Beobachten Sie Ihren älter werdenden Hund gut und gehen Sie auf seine sich verändernden Bedürfnisse ein. 

So, wie es Spass macht, einen jungen quirligen Hund zu sich zu nehmen, ist auch das Zusammenleben mit einem älteren Hund etwas ganz Besonderes. In den meisten Fällen kennt man sich schon länger, hat vielleicht viele Jahre miteinander verbracht und versteht sich ohne Worte.