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„DIE“ kinderliebe Rasse – gibt es die wirklich?

Letzthin sind wir über eine ziemlich ernst gemeinte Frage in einem Hundeforum gestossen: „Welche Hunderasse ist nett zu Kindern, nicht sehr gross, stinkt nicht, verliert keine Haare und ist leicht zu erziehen?“ Dies hat uns etwas zum lächeln gebracht, uns aber auch zu unserem aktuellen Thema inspiriert: „Hund + Kind“.

United States of America

Viele Familien wünschen sich einen vierbeinigen Begleiter an ihrer Seite. Kinderfreundlich muss! er natürlich sein, also wird nach entsprechenden Rassen gesucht. Gefunden werden dann unzählige Rassebeschreibungen in Büchern, im Internet und auf Züchterseiten in denen Sätze stehen wie „absolut kinderlieb“ oder „Der perfekte Familienhund“. Auffällig dabei ist, dass das so ziemlich jeder von „seiner“ Rasse behauptet.

Fakt ist jedoch, eine kinderliebe Rasse gibt es nicht! Das ist keine Eigenschaft die vererbt wird wie beispielsweise Fell oder Farbe. Natürlich ist es wichtig sich vor der Anschaffung eines Hundes intensiv mit der Wahl der Rasse zu beschäftigen und mit den Wesensmerkmalen, welche ein Hund von der favorisierten Rasse haben sollte.  Denn:
Kein Hund kommt kinderfreundlich auf die Welt.


Die beschafften Informationen sollten deshalb auch sehr genau hinterfragt werden, und es sollte genau geprüft werden ob die von der Rasse speziellen Eigenschaften auch wirklich für die eigene Familie und die Lebensumstände passen und erwünscht sind.

Die Bedürfnisse, welche eine Rasse wegen seiner Veranlagungen hat dürfen nicht übersehen werden. Nimmt man zum Beispiel einen ambitionierten Hüte- oder Jagdhund, muss man sich die Frage stellen: Ist man Willens und überhaupt in der Lage diesem „Traumhund“ gerecht zu werden? Denn ist man es nicht, leidet der Hund später vielleicht an permanenter Unterforderung und wird möglicherweise Verhaltenweisen zeigen, welche das Zusammenleben mit Kindern erschweren oder sogar gefährden. Oder denke man an den hochsensiblen Hund, der Lärm und Trubel eher aus dem Weg gehen möchte, der könnte mit dem temperamentvollen Nachwuchs schnell überfordert sein und in allfälligen Stresssituationen auch zur Verteidigung erforderliche Aggressionen zeigen.  Bei der Auswahl des richtigen Hundes für die eigene Familie darf es deshalb an einer kritischen Selbsteinschätzung nicht fehlen.

Denn; Kinderfreundlichkeit kann man keiner Rasse speziell zuschreiben. Gerade die Züchter sollten wissen, dass dies keine erbliche Eigenschaft ist. Aber Rassen die als kinderfreundlich gelten werden natürlich eher verkauft.
Ob ein Hund kinderfreundlich ist hängt zum größten Teil davon ab wie er sozialisiert wurde, wie er erzogen wurde und wie mit ihm umgegangen wird. Die Rasse spielt dabei kaum eine Rolle.

Die, für die Entwicklung so wichtige, Sozialisation wird oft vernachlässigt, die Wenigsten achten beim Kauf auch auf diesen Faktor. Die Wahl des Züchters kann für ein friedliches Zusammenleben sehr bedeutend sein, da er den ersten Teil der Sozialisation bei ihm verbringt. Der Hund muss als Welpe möglichst viele Eindrücke erhalten und vor allem mit den etwas anderen Verhalten, Bewegungen und Geräuschen von Kindern konfrontiert werden und damit viele positive Erfahrungen machen können.

Auch der spätere Umgang bestimmt, wie sich das Zusammenleben entwickelt. Der Hund ist kein Spielzeug, er sollte mit Respekt behandelt werden. Kinder sollten den Umgang mit dem Hund möglichst früh lernen. Der Hund benötigt Rückzugsmöglichkeiten. Auch dann darf man Hund und Kind nie allein lassen.

Sicher sollte man dann zu einer Rasse neigen, welche von Natur aus sehr nervenstark ist! Aber im Prinzip kann jeder Hund ein kinderfreundlicher Hund sein, wenn die genannten Voraussetzungen stimmen.


Dogs Nature bietet aus diesem Grunde Hundekaufberatungen an! Wir helfen Ihnen bei der grossen Frage: Welcher Hund passt in mein/unser Leben? Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen zu dem Thema.