News

Ach du dicker Hund!

Im Herbst und Winter kommt dank weniger Bewegung ein Problem: Das Übergewicht. In den letzten Jahren ist die Zahl der an Übergewicht leidenden Haustiere stark angestiegen.

Der Grund ist meist eine übermässige Energiezufuhr bei einem gleichzeitig zu geringerem Energiebedarf. Viele Hunde und Katzen leben heutzutage im Haus, so dass sie zum einen weniger Bewegung haben und zum anderen auch relativ wenig Energie zur Aufrechterhaltung ihrer Körpertemperatur benötigen. Nach Schätzungen bringt rund ein Drittel der Hunde zu viel Gewicht auf die Waage. Die Folge sind Krankheiten wie Diabetes, Gelenksprobleme durch Überlastung und Hauterkrankungen. Dies gefährdet auf lange Sicht gesehen seine Gesundheit und kann somit seine Lebenserwartung deutlich verringern.

 

                    

 

Wie ändert sich das Verhalten meines Hundes, wenn er übergewichtig ist?
Viele übergewichtige Hunde sind gierig. Sie verschlingen ihr Futter und betteln nach mehr. Sie betteln auch bei den Mahlzeiten der Familie. Ihre Aktivität ist deutlich reduziert. Sie schlafen, anstatt zu spielen und gehen meist nur noch kurze Strecken spazieren. Andere Anzeichen sind Schwierigkeiten beim Treppensteigen. Übergewichtige Hunde hecheln oft, wenn sie sich bewegen müssen.

 

Was ist die Ursache für Übergewicht?
Einfach gesprochen ist Übergewicht die Ansammlung von überschüssiger Energie, die in Form von Fett gespeichert wird. Mit anderen Worten erhält der Hund mehr Kalorien, als er für seine Körperfunktionenbraucht. Es gibt aber auch viele andere Ursachen wie etwa hormonelle Störungen. Manche Rassen wie Labradors, Spaniel und Dackel tendieren dazu, schneller Fett anzusetzen als andere.

Übergewicht kommt oft unmerklich. Wir denken, dass wir nur eine kleine Menge Futter füttern, vergessen aber all die Leckereien zwischendurch. Ausserdem übersehen wir, dass zum Beispiel für einen kleinen Hund ein Keks soviel ist wie für uns ein bis zwei Packungen.

 

„Ich habe meinen Hund kastrieren lassen- ist das der Auslöser des Problems?“
Nicht die Kastration lässt den Hund dick werden, sondern der verringerte Kalorienbedarf danach. Meist wird der ständige Trieb-Stress des Hundes nach einer Kastration massiv gesenkt (vora allem bei rüden). Er muss weniger den Weibchen „nachfiebern“ oder andere Rüden als Konkurrenz betrachten und sich entsprechend aufregen bei allfälligen Mitbewerben. Wie bei uns Menschen auch ist Stress ein Kalorienverbrenner. Wird also dieser Stresspegel nach eine Kastration gesenkt, hat der Köper automatische einen tieferen Kalorienverbrauch. (Deshalb Futtermenge um ca 8-10% reduzieren nach einer Kastration wenn Bedarf da ist)

 

Wie erkenne ich ob mein Hund zu dick ist?
Stellen Sie sich über Ihren Hund, und schauen Sie von oben, ob Sie eine „Taille“ erkennen können. Bei normalgewichtigen Heimtieren ist der hinter dem Brustkorb befindliche Teil des Körpers deutlich schlanker. 

 

Legen Sie beide Handflächen rechts und links auf den Brustkorb Ihres Hundes. Sie sollten nun die Rippen fühlen können, diese sollten aber nicht vorstehen.
Wenn Sie die Rippen nicht fühlen können, ist Ihr Hund aller Wahrscheinlichkeit nach etwas zu dick. Bei solchen Hunden finden sich oft auch Fettpölsterchen in der Leistengegend zwischen der letzten Rippe und den Hinterläufen. (Wenn bei kurzhaarigen Hunden mehr als die letzte Rippe deutlich zu sehen ist, ist der Hund zu dünn).

 

„Figurprobleme“ beim Hund sind einfach zu vermeiden   
Eine Reduktion der Energiezufuhr bzw. die Verwendung entsprechenden Diätfutters (nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt!) kann sinnvoll sein. Auch sollte vermehrt auf Bewegung geachtet werden. 

 

Vorbeugemassnahmen:

  • Vermeiden unnötiger Futterumstellungen, da die Abwechslung des Futters den Hund zur vermehrten Futteraufnahme animiert.
  • Geben Sie ihm während seiner „Diät“ keine Leckerlis, und füttern Sie ihn nicht bei Tisch oder mit Resten.
  • Da zu große Futtermengen der Hauptgrund für Fettleibigkeit von Hunden sind, reduzieren Sie die Tagesration Ihres Vierbeiners und verteilen sie auf zwei bis vier kleine Mahlzeiten über den Tag.
  • Erlauben Sie Ihrem Hund nicht, so viel zu fressen, wie er will.
  • Wiegen Sie Ihren Hund mindestens einmal die Woche immer zur selben Tageszeit. Notieren Sie sein Gewicht.
  • Füttern Sie Ihren Hund nicht zusammen mit anderen Heimtieren. Ein auf Diät gesetzter Hund könnte sich sonst zusätzlich aus dem Napf seines Hausgenossen bedienen.
  • Füttern Sie, bevor Sie selbst Ihre Mahlzeiten zu sich nehmen. Lassen Sie Ihren Vierbeiner während Ihrer Mahlzeiten in einem anderen Raum warten, damit er nicht am Tisch bettelt.
  • Lassen Sie Ihren Hund während seiner Diät nicht ohne Aufsicht frei laufen, damit er sich nicht im Freien etwas Fressbares sucht. Achten Sie darauf, dass die Mülltonnen und -eimer fest verschlossen sind.
  • Informieren Sie auch Ihre Nachbarn und Freunde, damit sie Ihren Hund nicht füttern.
  • Sorgen Sie immer für frisches, sauberes Trinkwasser.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund regelmässig Bewegung bekommt.

 

 

Alle Hunde sollten wenigstens einmal jährlich dem Tierarzt vorgestellt werden, bei einer Diät sind häufigere Besuche empfehlenswert.